Informationen für Angehörige

Hintergrund

Rund 60 Prozent der Pflegeheimbewohner in Deutschland sind von Demenz betroffen. Da es für diese Erkrankung bislang noch keine Heilungsmöglichkeit gibt, sucht die Forschung zunehmend nach Möglichkeiten nicht-medikamentöser Therapieangebote für die immer größer werdende Zahl von Menschen mit Demenz. Im Fokus stehen dabei Ansätze, die z.B. durch positive erlebte Aktivitäten oder Förderung von sozialen Interaktionen die Lebensqualität von Menschen mit Demenz steigern können. Neben den etablierten Therapien wie Mal-, Musik- oder Bewegungstherapien wird auch versucht, neueste Kommunikationstechnik hierfür einzusetzen. In unserer digitalisierten Welt gehören technische Geräte wie Smartphones und Tablets für viele Menschen schon selbstverständlich zum Alltag. Erste Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass diese Technologien auch in der Versorgung von Menschen mit Demenz eine wichtige Unterstützung leisten können.PflegeTab_Bild_Flyer_1bWofür steht PflegeTab?

Im Projekt PflegeTab hat sich ein multiprofessionelles Team aus erfahrenen Fachkräften der DOMICIL Senioren-Residenzen sowie Wissenschaftlern der Technischen Universität Berlin und der Charité Universitätsmedizin zusammengefunden. Gemeinsam möchten wir erforschen, wie die Lebensqualität von Heimbewohnern mit Demenz mithilfe von Tablets positiv beeinflusst werden kann. 2013 wurde dazu im DOMICIL am Schloßpark Berlin-Pankow eine vielversprechende Pilotstudie mit Bewohnern eines Sonderpflegebereichs für Menschen mit Demenz durchgeführt. Die Ergebnisse zeigten, dass die Teilnehmer die neue Technologie erstaunlich gut annehmen konnten und auch spürbar von der Nutzung profitierten.


Wie kann PflegeTab bei der Versorgung von Menschen mit Demenz helfen?

Im Rahmen von PflegeTab wird eine neuartige Anwendung („App“) für Tablets entwickelt, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz abgestimmt ist. Sie ermöglicht es, individuell zugeschnittene Angebote für Betroffene zu schaffen. Spielerische und motivierende Elemente passen sich dabei flexibel und automatisch den jeweiligen Ressourcen und Bedürfnissen des Einzelnen an. Somit wird eine Überforderung durch die Technik vermieden. Aus den Interaktionsmustern eines Benutzers mit dem System lassen sich zudem Informationen über seinen Zustand ablesen. Dies soll dazu beitragen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Zusätzlich bietet das System eine Reihe leicht zu bedienender Funktionen, die Menschen mit Demenz in ihrer Kommunikation mit Angehörigen oder Pflegekräften unterstützen und fördern können. Auf diese Weise kann das System auch dazu beitragen, Angehörige und Pflegende zu entlasten.

Wie läuft die PflegeTab-Studie ab?

Zur wissenschaftlichen Erprobung von PflegeTab wird eine klinische Studie in den Berliner DOMICIL-Senioren Residenzen durchgeführt. Dazu werden in den teilnehmenden Einrichtungen Pflegeheimbewohner mit Demenz das neuentwickelte Tablet-gestützte Aktivierungs- und Betreuungskonzept über einen Zeitraum von drei Monaten erhalten. Im Vorher-Nachher Vergleich wird untersucht, ob sich durch die Tablet-gestützte Aktivierung ein positiver Einfluss z.B. auf Faktoren wie das Wohlbefinden, das Aktivitätsniveau oder die geistige Leistungsfähigkeit zeigt.

Kann mein Angehöriger bei PflegeTab mitmachen?

Falls Sie sich für das Projekt PflegeTab interessieren, können Sie jederzeit Kontakt mit uns aufnehmen. Wir informieren Sie sehr gerne über die geplante Studie und über Möglichkeiten einer Teilnahme.

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